Labor G´schichtn – Wir erklären Untersuchungen

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Haben Sie sich auch schon öfter mal gefragt, was Ihr Arzt so alles an ein Labor abgibt, um weitere für ihn aufschlussreiche wichtige Parameter zu bekommen? Haben Sie nach der Laborbesprechung mit Ihrem Arzt den kompletten Durchblick, was diese ganzen Kürzel bedeuten? Wofür sie stehen?
Wir wollen ein klein wenig Licht ins Dunkle bringen – und eröffnen hiermit unsere Reihe der Labor G´schichtn.

Blutbild ist nicht gleich Blutbild

Sie kennen das? Sie gehen in Ihre Praxis und fordern ein Blutbild an. Mal alles durchchecken lassen, ist Ihr Gedanke. Dem guten ollen Körper mal präventiv etwas Gutes tun. Und dann – stehen Sie der freundlichen Mitarbeiterin gegenüber, die doch tatsächlich behauptet, da muss der Chef / die Chefin zuerst mal schauen, welche Werte es denn sein sollen.

Für uns in der Praxis bedeutet “ein Blutbild” nämlich tatsächlich die Auswahl zwischen einem großen eben diesem oder einem kleinen.

Generell gilt: Ein großes Blutbild besteht aus einem kleinen Blutbild plus einem Differentialblutbild.

Okay. Aber was genau wird denn jetzt da untersucht? Obacht, hier kommt die Auflösung: Es geht um die Konzentration der einzelnen Blutbestandteile, die einiges über Vorgänge im Körper erzählen können.

Kleines Blutbild

  • rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Retikulozyten (Vorstufe der Erythrozyten)
    Die Erys – wie wir diese kleinen tellerartigen Zellen gerne liebevoll nennen – transportieren den Sauerstoff und das Kohlendioxid von der Lunge zu den anderen Organen, beziehungsweise Gewebe und wieder zurück. Sozusagen die DB des Organismus.
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
    Die Leukos – ja, auch sie haben einen Kosenamen von uns erhalten – sind die Wächter, die Bundespolizei sozusagen. Sie brauchen wir für unser Immunsystem.
  • Blutplättchen (Thrombozyten)
    Bei Verletzungen würden wir ohne die Genossen Thrombos und weiteren Helferlein arg dumm aus der Wäsche schauen. Diese sind nämlich für eine Ausgewogenheit bei der Blutgerinnung zuständig. Zuwenig lässt uns bei Verletzungen regelrecht auslaufen, zu viel lässt Blutpfropfen entstehen. Auch nicht gut, wenn die Gefäße verstopft sind.
  • Hämoglobin (Blutfarbstoff)
    Das Hämoglobin, eine Kombi aus Eisen, Vitamin B12 und Folsäure, hat nicht nur die Aufgabe unser Blut – genauer gesagt die Erys – modisch schick aussehen zu lassen. Auch wenn der Name “Blutfarbstoff” dies suggerieren könnte. Vielmehr ist das Eisen, welches dem Blut diese schöne Färbung gibt, der “Magnet”, der den Sauerstoff festhält auf seinem Weg über die Blutbahnen bis zu seinem Ziel.
  • Hämatokrit
    ist der Anteil der Blutzellen am Gesamtblut. Stellen Sie sich einfach vor: es gibt feste und flüssige Bestandteile im Blut. Der Hämatokritwert zeigt uns an, wie viele Zellen, also Thrombos, Leukos und Erys in der Sauce schwimmen. Wenn es da zu einem Ungleichgewicht kommt, also die Fließeigenschaft des Blutes z.B. langsamer wird, dann ist das Blut zähflüssiger.
    Die Köche unter Ihnen können sich ein Bild davon machen, indem sie an den Saucenbinder denken. Ohne lauft alles von den Spaghettis ab, noch bevor die Gabel den Mund erreicht. Zuviel davon lässt im schlechtesten Falle die Nudeln obenauf liegen.

Jetzt wollen Sie – oder aber auch Ihr Arzt – ein großes Blutbild haben. Dafür schießt sich das Labor auf die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, ein und untersucht diese ganz genau.

Differentialblutbild

Es gibt nicht nur “das eine weiße Blutkörperchen”. Nein, das wäre ganz schön langweilig. Tatsächlich gibt es einiges an Unterarten. Und diese Unterarten müssen anzahlmäßig in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.  Und damit es interessanter und lustiger wird – für den, der alles kontrollieren muss – gibt es Größen- und Figurunterschiede.  Beides ändert sich bei bestimmten Krankheiten, auf die wir aber heute und an dieser Stelle nicht näher eingehen wollen.

Gängigste Untersuchungen aus dem Labor

Ihr Arzt wird immer erst nach einer Anamneseerhebung entscheiden, welche Blutuntersuchungen gemacht werden. Auch bei einer präventiven Maßnahme als Beiwerk zu einem Gesundheits-CheckUP sollten Sie Ihrem Arzt vertrauen. Nicht immer müssen alle Anforderungen ans Labor sein, wenn in der Anamnese kein Anhaltspunkt dafür zu erkennen ist. Bedenken Sie, dass einige Untersuchungen nicht von den Kassen übernommen werden, auch nicht von jeder privaten Versicherung.

Die wohl häufigsten Untersuchungen sind die Werte, die Aufschluss geben über Diabetes, Blutfette und Leberfunktion, Nieren- und Schilddrüsenfunktion. Nicht zu vergessen die Werte, die Entzündungen im Körper anzeigen.

In den nächsten Artikel werden wir jeweils einen Block aufnehmen und erklären. Also, bleiben Sie dran bei unseren Labor G´schichtn. 🙂

 

 

 

, by : Diana C. Bernardi4Praxis