Vitamin-D-Mangel – nicht mehr nur ein Winterphänomen

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Vitamin-D-Mangel als ein typisches Winterphänomen, und somit rein temporär von uns Nordeuropäern dargestellt, kennen wir medial aufgepuscht zur Genüge. Hellhörig werden sollten wir aber, wenn immer mehr Stimmen beschreiben, …dass sich dieser Mangel an Vitamin D eben nicht nur in den Wintermonaten erkennen lässt, sondern mittlerweile bei immer mehr Menschen das ganze Jahr über.  Cholecalciferol, so lautet die Stoffbezeichnung dieses Vitamins, vom Chemiker Elmer Verner Mc Collum 1922 “entdeckt” und chronologisch nach A, B und C mit einem “D” an die vierte Stelle von beschriebenen Vitaminen gesetzt, wird also schon seit fast 100 Jahren mit der Mineralisation des Knochens in Zusammenhang gebracht.

Als Mineralisation bezeichnet man in der Medizin die schrittweise Einlagerung von anorganischen Substanzen, vor allem Salzen (beispielsweise Hydroxylapatit, Phosphate, Fluoride), in eine organische Substanz zwischen den Zellen eines Gewebes.
Die Mineralisation wird beeinflusst durch die Bestandteile der organischen Matrix, insbesondere das Collagen. Sie ist ein entscheidender Vorgang für die Entstehung von Hartgeweben wie Knochen oder Zähnen.
Der umgekehrte Prozess wird Demineralisation genannt. (Quelle: DocCheck)

Auf den Punkt gebracht: Vitamin D ist super wichtig zur Knochen- und Zahnbildung. Ergo führt ein Mangel  zur vielgefürchteten Osteoporose und Osteopenie (Minderung der Knochendichte und Vorstufe zur Osteoporose).

Was haben nun aber solche Symptome wie Lidzucken und andere unwillkürliche Bewegungen in Arm- und Beinmuskulatur (sog. Faszikulationen), aber auch Krämpfe und Muskelverspannungen – meist erwischen sie uns des nachts – mit einem Vitamin D Mangel zu tun?

Nun, wir alle wissen: Piesacken uns nach sportlicher Betätigung ein paar Muskeln, werfen wir eine Kalzium und/oder Magnesium Brausetablette ein, da unser Körper ausreichend Kalzium benötigt, um jeden Muskel funktionstüchtig zu machen.  Kalzium ist nämlich eines der vielen Elektrolyte in unserem Blut, also Stoffe mit elektrischer Leitfähigkeit, die unser Körper benötigt um solche Befehle wie: “Muskel, zieh dich jetzt mal zusammen, weil Arm sich nun anwinkeln will” anzustupsen.  Ja, was hat das denn nu mit dem Vitamin D zu tun, fragen Sie jetzt vielleicht erstaunt? Wir driften hier nicht ab, sondern erklären im Gegenteil, wie eine Kalziumaufnahme erfolgt. Nämlich im Dünndarm, und das nur unter Einfluss von ausreichend Cholecalciferol. Autsch!

Muskelzellen mit wenig Kalzium = Muskelzellen platt = Mensch fühlt sich kraftlos

Sie ahnen es schon. Jawoll, auch unsere Nervenzellen benötigen das Elektrolyt Kalzium. Wie sonst sollen denn diese ganzen Impulse von A nach B weiter geleitet werden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich das Symptom der Antriebsstörungen manifestiert.

Haben Sie schon einmal vom Fatigue-Syndrom gehört? Menschen mit diesem Syndrom haben einen erhöhten Schlafbedarf, sind aber auch nach langem Schlaf nie richtig regeneriert und energiegeladen.

Ein Kalziumdefizit im Gehirn infolge eines Vitamin-D-Mangels verschlechtert die geistigen Fähigkeiten. Die Unterversorgung mit Kalzium führt über die Störung des Nervensystems zu unruhigem Schlaf und Schlaflosigkeit, zu ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit, zu Konzentrationsstörungen, Rastlosigkeit und innerer Unruhe. In vielen Fällen kann daraus eine sekundäre Depression entstehen. Nochmal Autsch!

Was ist denn aber nun die Ursache dafür, dass wir im Jahr 2015 bei vielen Menschen trotz ausgewogener Ernährung einen solch ausgeprägten Vitamin D Mangel erleben?

Mangel an Sonne (Licht) auf unserer Haut – gerade in den Wintermonaten – das wissen wir alle schon. Was noch?

In den 1960er Jahren wurde Cholecalciferol Kindern zur Rachitisprophylaxe (Rachitis=Wachstumsstörung und Verformung der Knochen) gegeben. Dabei kam es zu Überdosierungserscheinungen mit Erhöhung der Kalziumkonzentration im Blut, was zu Nierensteinen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und sogar zum Nierenversagen führen kann. Also gleich mal wieder eine 180 Grad Wende ausgeführt! Die Furcht vor den möglichen Nebenwirkungen einer Überdosierung hat lange Zeit dazu geführt, dass die Empfehlungen für die tägliche Zufuhr von Vitamin D sehr gering angesetzt wurden. Bei einem Menschen mit hohem Vitamin D Spiegel mögen die Empfehlungen zur täglichen Aufnahme ausreichend sein, aber bei einem ausgeprägten Vitamin D Mangel reichen die Tagesempfehlungen bei weitem nicht aus.

Aber auch hier ist es wie immer: auf die Dosierung kommt es an. Und auf eine Kontrollmaßnahme. Wie wäre es also mit einem Mittelweg?

Es ist laborchemisch sehr einfach, eine Vitamin-D-Überdosis zu erkennen. Sie zeigt sich durch eine Erhöhung des Serumspiegels von 25-OH Cholecalciferol und einen Anstieg des Serumcalciumwertes.

Wer sich also für eine hochdosierte Therapie entschließt, sollte einfach gelegentlich den Vitamin-D-Spiegel und das Serum-Kalzium bestimmen lassen. Somit ist man vor einer Überdosierung geschützt.

Die Therapie ist ab einen Blutwert von unter 30 ng/ml ratsam. Es gibt keinen medizinischen Grund, einen laborchemisch nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel unbehandelt zu lassen. Bei Menschen mit nachgewiesener Osteoporose ist eine Vitamin-D-Wert von über 40 ng/ml erstrebenswert. Ein Vitamin-D-Spiegel bis 150 ng/ml scheint unbedenklich zu sein. Erst ab Werten von 150 bis 200 ng / ml werden in der Literatur Störungen durch überhöhte Kalziumwerte im Blut beschrieben. Bei 300 ng / ml beginnt der toxische Bereich.

Und noch einen Tipp:

Sollten Sie sich einen Knochenbruch zugezogen haben, können Sie über eine Vitamin-D-Bestimmung einen eventuellen Mangel erkennen und durch eine wohldosierte Vitamin D Zuführung Ihre Heilung positiv beeinflussen. In einer klinischen Studie der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf im Jahre 2009 wurde bestätigt, dass eine sogenannte Kallusbildung, also die Bildung von Knochengewebe, um den Bruchspalt zu überbrücken, mit eine Vitamin D-Gabe defacto besser und schneller vonstatten ging.

, by : Diana C. Bernardi4Praxis

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